Tagung brachte Probleme
und Perspektiven zutage
Asse: GSF bietet Bürgern
Dialog an
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| WOLFENBÜTTEL
(tst) Die Laugen-zuflüsse im Forschungsbergwerk
Asse bei Remlingen
sind langfristig mit einem Risiko behaftet; ein Planfeststellungsverfahren
zur Stilllegung halten GSF und Ministerien für nicht erforderlich,
gleichwohl soll eine neue Qualität des Dialogs zwischen Bergwerksbetreibern
und Öffentlichkeit für mehr Transparenz sorgen. |
| Das sind im Kern die zentralen
Ergebnisse des ersten öffentlichen "Fachgesprächs zur Situation
im Atommüll-Endlager Asse II", zu dem die Bürgerinitiative Aktion
Atommüllfreie Asse (AAA) am Samstag Vertreter der Betreibergesellschaft
GSF (Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit), der Ministerien
in Berlin und Hannover, unabhängige Sachverständige und Wissenschaftler
ins Tagungshaus des Landeskirchenamts in Wolfenbüttel eingeladen hatte
(wir berichteten bereits im Vorfeld ausführlich). |
| Mehr als 100 Besucher beteiligten
sich an der ganztägigen Vortrags- und Diskussionsveranstaltung. Dazu
gehörten unter anderem auch Landes- und Kommunalpolitiker der Grünen
und die Samtgemeindebürgermeister der Asse, Siegbert Pfeiffer, und
Schöppenstedts, Ruth Naumann. |
| Für die Initiative
AAA zeigte sich Dr. Seban Seehafer befriedigt über die Tagungsergebnisse
- wenn auch mit gemischten Gefühlen. So nehme die Initiative gern
das Angebot von GSF-Berater Professor Klaus Kühn (Technische Universität
Clausthal; Institut für Bergbau) an, künftig in regelmäßigen
Treffen einen offenen Dialog zu führen. Zudem sagte die GSF zu, die
Bergwerksgenehmigungen und eine Inventarliste der eingelagerten Stoffe
herauszugeben. |
| Die Erläuterungen
zur Problematik der Laugeneinbrüche in der Schachtanlage indes erhärteten
die Befürchtungen der Initiative einer möglichen Verseuchung
von Grundwasser und Biosphäre durch Radionuklide (siehe
dazu Bericht auf unserer Niedersachsenseite). |
| In ihren Vorträgen
betrachteten die Referenten die Asse-Thematik aus geologischer und juristischer
sowie ethischer Sicht. So sprach sich Dr. Hans-Georg Babke (Landeskirchenamt
für Religionspädagogik) für die Notwendigkeit einer Umkehrbarkeit
auch in der Endlager-Frage aus. Im vorliegenden Fall seien in den 60er-Jahren
Tatsachen geschaffen worden, ohne sich über die Konsequenzen sicher
zu sein. Es sei nun angesichts neuer Erkenntnisse zu überlegen, ob
die eingelagerten Abfälle nicht doch zurückgeholt werden müssten. |
| In diesem Zusammenhang
stellte Rechtsanwalt Nikolaus Piontek (Hamburg) die Frage, "ob die Weichen
wirklich schon unausweichlich gestellt sind"?
Er hielt eine "Variation der Stilllegung" für denkbar. |
| Für die Forderung
nach einem Planfeststellungsverfahren mit Bürgerbeteiligung zur laufenden
Stilllegung zeigten Vertreter von GSF und Behörden zwar durchaus Verständnis,
doch sei dies rein rechtlich gar nicht möglich - und auch nicht erforderlich.
Das laufende Verfahren nach dem Bergrecht erfülle bereits besondere
Kriterien des Atomrechts. Und andernfalls könnten Verfahrensverzögerungen
sowie mögliche "endlose Prozesse" nur zu Lasten der Steuerzahler gehen,
merkte Dr. Klaus Komorowski, Referatsleiter für Stilllegung und Rückbau
kerntechnischer Anlagen im Bundesforschungsministerium, an. |
| Die Grünen-Landtagsfraktionsvorsitzende
Rebecca Harms meinte indes, "eine verbindliche Öffentlichkeitsbeteiligung
wäre angemessen", zumal die Asse-Problematik größer sei
als die Morslebens, wo weniger Atommüll deponiert sei. |
| Auch die Initiative AAA
hält an der Forderung nach einem öffentlichen Verfahren fest.
Der angekündigte Dialog zwischen GSF und Initiative ersetze dies nicht.
"Wir haben doch kein Mandat der gesamten Öffentlichkeit", erklärten
Seehafer und die frühere Grünen-Kreistagsabgeordnete Helga Koslowsky. |
| Siehe
auch Niedersachsen. |
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