Einige herausragende Ergebnisse 
der Veranstaltung des Landkreises Wolfenbüttel am 24. Juni 2008

Cäsium-137
Herr Birkner, Staastssekretär im Niedersächsischen Umweltministerium (NMU), das für die Fachaufsicht über Asse II zuständig ist, stellte die mittlerweile bekannt gewordenen Fakten zur Cs-137 kontaminierten Lauge dar. Sie finden sich hier.

Kommentar:
Die Gesamtaktivität der in den Tiefenaufschluss verbrachten kontaminierten Lauge beträgt 2 Giga-Bequerel. Die Aktivität in den eingelagerten Atommüll-Fässern ist ungefähr um das 1-Million-fache darüber.
Nicht diese Lauge, sondern der gesamte eingelagerte Atommüll  ist das Problem!
Die Vorgänge um die Lauge sind ein Indiz dafür, wie von der Einlagerungszeit bis vor einigen Tagen gearbeitet  wurde.

In den jährlichen Strahlenschutzberichten der GSF standen bislang nur Werte, die unterhalb aller Grenzwerte sind. Die Messpunkte der Cs-137-Grenzwertüberschreitungen kamen darin nicht vor.

Dazu:
Informationspolitik
Herr Haury, Sprecher des Helmholtz-Zentrums (bis 31.12.07 GSF) nahm Stellung: es sei falsch gewesen, die Lauge nicht im Strahlenschutzbericht zu erwähnen - ab jetzt würden alle Analysen in die Berichte an den Landkreis aufgenommen.
Auf die Frage einer Bürgerin, ob das NMU auch mal selber messe, antwortete Herr Bluth von NMU, das sie gemeinsam mit dem Landesbergamt an einer neuen Struktur und Qualitätssicherung für die Arbeiten in Asse II arbeiten. Außerdem gebe es die regelmäßige Umgebungsüberwachung. 

Von dem Wirbel um die Cäsiumfunde sollten wir uns nicht ablenken lassen und  kostbare Zeit rauben lassen.
Ziel der Landkreis-Veranstaltung, die Monate vor dem Cäsium-Skandal konzipiert worden war, sollte ja sein, über die Arbeit der zu Beginn des Jahres eingesetzten Optionenvergleichsgruppe zu berichten.

Schließungsverfahren und Rückholung
Bedingung für die Ermittlung einer Methode der Sicherung des Atommülls in Asse II bzw die Rückholung ist eine Stabilisierung der Schachtanlage - für beides muss mehr Zeit gewonnen werden. Bereits auf der Landkreis-Veranstaltung im November 2007 hatte Herr Dr. Jordan (CDM Consult Gmbh, Bochum) referiert, dass es möglich sein müsste, durch Versteifen der Kammern mit Sorelbeton und andere Maßnahmen die Verformungsraten im Berg zu reduzieren, um dadurch die Wahrscheinlichkeit für noch höhere und gefährlichere Laugenzuflüsse aus dem Deckgebirge zu verringern. Der Forschungsauftrag an ihn wurde nun erteilt und ist in Arbeit. Konkrete Ergebnisse liegen noch nicht vor.
Das HZM hat mittlerweile den sog. Herleitungsbericht für sein Schließungskonzept der Flutung von Asse II mit Magnesiumchlorid-Lösung zwecks Langzeitsicherung vorgelegt. Herr Dr. Kleemann (Bundesamt für Strahlenschutz) berichtete, die Arbeitsgruppe Optionenvergleich  habe diesen Bericht geprüft und ziehe das Fazit: "Die  Aussagen des Herleitungsberichts sind nicht begründet und nicht nachvollziehbar".

Fortgang des Schließungsverfahrens:
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Optionenvergleich sollen nach Ansicht aller Beteiligten der Podiumsrunde (einschließlich der Vertreter
des HZM) in den bereits vor eineinhalb Jahren bei den Behörden eingereichten Antrag des HZM einfliessen - je nach Ergebnis muss dieser neu geschrieben werden. Herr Bluth vom NMU hat kann daher keine Termine angeben, wann es zur Umweltverträglichkeitsprüfung und zum Planfeststellungsverfahren kommen wird. 

Dies sind einige positive Ergebnisse der Entwicklungen der vergangenen Tage.
Sie wurden erreicht durch die Arbeit der Bürgerinitiativen und der Kommunalpolitiker vor Ort.
Um sie durchzusetzen - also wirklich das sicherste Verfahren für Asse II - zu erreichen,
muss diese Arbeit mit sichtbarer Unterstützung durch die Bewohnerinnen und Bewohner der Asse-Region
weitergeführt werden -

deshalb:
Kundgebung an der Asse
Samstag, 5. Juli 2008, 11 Uhr




25.6.2008