Strahlenschutz und
Umgebungsüberwachung
In der Schachtanlage Asse II im Landkreis Wolfenbüttel wurden von
1965 bis 1978 Atommüll eingelagert. Mittlerweile wurde bekannt,
dass schon jetzt Radioaktivität aus den Einlagerungsgebinden ins
Bergwerk austritt. Außerdem wird seit Jahren in der Abluft
Tritium gemessen.
Die Umgebungsüberwachung erfolgte bis Ende 2008 durch das
Helmholtz-Zentrum
(früher: GSF) und ging mit dem Betreiberwechsel zum 1.1.2009
auf das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) über.
Im Jahre 1978 wurde eine zusätzliche unabhängige
Umgebungsüberwachung beschlossen, die bis Ende 2009 der
Niedersächsische
Landesbetrieb für Wasser-, Küsten- und Naturschutz
durchführte (
Bericht
2005,
Bericht
2006,
Bericht
2007,
Bericht
2008,
Bericht
2009). Ab 2010 ist hierfür das Landesamt für Umweltschutz
von
Sachsen-Anhalt zuständig. (Neuvergabe um Interessenkonflikte zu
vermeiden, da das NLWKN dem niedersächsischen Umweltministerium
untersteht, das gleichzeitig Aufsichtsbehörde für den
Strahlenschutz in der Asse ist).
Außerdem untersucht das Niedersächsische Landesamt für
Verbraucherschutz regelmäßig Proben landwirtschaftlicher
Erzeugnisse auf verschiedene radioaktive Isotope.
Im Herbst 2008 installierte das Bundesamt für Strahlenschutz ein
Messgerät
für Gammastrahlung auf der Schachtanlage. Weitere solche
Geräte wurden im Lauf der vergangenen Monate im ganzen Umkreis der
Asse isntalliert. (Übersicht auf der
Asse-Seite des BfS).
Abgesehen davon sind öffentlich zugänglich die
jährlichen Berichte
der Betreibergesellschaft über ihre „Strahlungs- und
Umgebungsüberwachung der Schachtanlage Asse“ - mittlweile
sind auch die Berichte für
2007
und
2008
im Internet zugänglich, die endlich auch über die
kontaminierten Laugen untertage informieren. (ältere
Berichte im
Archiv
des
Helmholz-Zentrums)
2009 startete die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ein eigenes
Überwachungsprogramm. Die ersten Ergebnisse sind jetzt als
Zwischenbericht 2009
veröffentlicht. An den Ergebnissen zeigt sich genau wie auch bei
den anderen oben genannten Messprogrammen, dass die gefundenen
Cäsium-137- und Strontium-90-Werte nichts mit dem eingelagerten
Atommüll zu tun haben, sondern auf die oberirdischen
Atomwaffenversuche der 60er Jahre sowie auf das Atomreaktorunglück
von Tschernobyl 1986 zurückzuführen sind.
Die
Arbeitsgruppe
Umgebungsüberwachung arbeitet seit Oktober 2008 daran,
Lücken in den vorhandenen Programmen zu schließen und
Transparenz herzustellen.
Bericht vom
1. Treffen
Bericht vom
2. Treffen
Bericht vom
3. Treffen
Bericht vom
4. Treffen
Das nächste Treffen soll am 26.8.2010 stattfinden.
Am 28.
Oktober 2008 trafen sich Vertreter
all dieser Institutionen mit KommunalpolitikerInnen und
VertreterInnen der Bürgerinitiativen. Hier der Bericht aus dem
Mitgliederrundbrief von AufpASSEn.e.V.:
Umgebungsüberwachung
für
Asse
II
muss auf neue Füsse gestellt werden
Dies ist das Fazit des ersten
Treffens der Arbeitsgemeinschaft, die sich auf meine Initiative in der
Asse-II-Begleitgruppe des Landkreises Wolfenbüttel am 28. Oktober
zum ersten Mal auf Einladung des Niedersächsischen
Umweltministeriums (NMU) getroffen hat.
In der Runde ging es
zunächst darum, überhaupt zu erfassen, was bislang an Daten
ermittelt wurde, welche speziell auf die Asse ausgerichteten
Messprogramme existieren und ob aus in den allgemeinen Programmen der
Umgebungsüberwachung Ergebnisse bezüglich Asse hervorgehen.
Herr Hake und Herr
Windhaus vom Landesbergamt stellten dar, dass eine speziell auf
die Asse ausgerichtete Überwachung seit Beginn der Einlagerung
betrieben wird. Zunächst war sie direkt an die
Einlagerungsgenehigungen gekoppelt. 1975 stellte man fest, dass auch
unabhängig von aktuellen Einlagerungen gemessen werden müsse,
und am 28.12.1978 wurde schließlich die Anordnung zur
Umgebungsüberwachung nach § 19 Atomgesetz erlassen. Als 1981
die "Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung
kerntechnischer Anlagen" REI in Kraft trat, wurde die Überwachung
der Asse dieser angepasst. Weitere Anpassungen bezüglich Eigen-
und Fremdüberwachung erfolgten im Laufe der Jahre.
Die
Eigenüberwachung durch den Betreiber wird in Jahresberichten
veröffentlicht. Herr Meyer (Helmholtz-Zentrum) stellte das
Messprogramm vor.
Über das Programm zur
Fremdüberwachung berichtete Herr Dr. Brüggemeyer vom
Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft-,
Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Das Programm läuft seit
1979, die Jahresberichte gehen an Landesbergamt und NMU. Es
überraschte alle Teilnehmer, dass die Jahresberichte für die
vergangenen drei Jahre seit kurzer Zeit auf dem Server der
Landesregierung im Internet zu finden sind.
Die Aussagekraft dieser
Fremdüberwachung wurde stark in Zweifel gezogen: Lebensmittel
angeblich "aus unmittelbarer Umgebung der Schachtanlage" wurden in
einem Laden einige Kilometer von der Asse eingekauft ohne nachzufragen,
wo sie denn tatsächlich angebaut worden waren.
Im IMIS ( Integriertes
Mess- und Informationssystem zur Überwachung der
Radioaktivität), das als bundesweites Frühwarnsystem
eingerichtet wurde, gibt es mehrere Messpunkte zur Luftüberwachung
(ODL) in der Nähe der Asse. Ihre Daten lassen sich im Internet
abrufen. Außerdem untersucht das Niedersächsische Landesamt
für Verbraucherschutz regelmäßig Lebensmittelproben auf
radioaktive Belastung. Die Ergebnisse fließen ins IMIS ein.
Frau Dr. Nicolai, Leiterin des Gesundheitsamts des Landkreises wies
darauf hin, dass auch die Wasserwerke die Auflage zum Messen haben und
auch deren Daten vorhanden seien.
In allen vorgestellten Messergebnissen war
kein messbarer Eintrag von Radioaktivität aus der Schachtanlage in
Gewässer, Trinkwasser, Boden und Bewuchs feststellbar.
Herr Hasselmann,
Bürgermeister von Kissenbrück, wo das Trinkwasser noch
komplett aus dem eigenem Brunnen kommt, stellte sein generelles
Misstrauen gegenüben den Betreiberberichten dar, weil sich im
Sommer ja deren Unvollständigkeit bezüglich brisanter
Messungen untertage gezeigt hatte.
Herr Löhr
(Kreislandvolkvorsitzender) und Herr Borchers von der
Landwirtschaftskammer betonten, dass für die Vermarktung der
landwirtschaftlichen Erzeugnisse unbedingt Messungen über deren
Unbedenklichkeit erforderlich seien und forderten eine engmaschige
unabhängige Überwachung. Um die Unabhägngkeit zu
gewährleisten, schlugen sie dafür die LUFA Nord-West
(Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt, der
Landwirtschaftskammer angeschlossen) vor, die über geeignete
Labore verfüge.
Als Ergebnis des Treffens wird
die Arbeitsgruppe in Angriff nehmen:
- Zusammenstellung aller
vorhandenen Daten (NMU mit Hilfe von BMU und BfS)
- Lücken in den
vorhandenen Programmen benennen und schließen
- Aufbereitung der Daten,
so dass Inhalt, Aussagekraft und Bewertung verständlich werden
- klären, wie die
Öffentlichkeitsarbeit bezüglich Umgebungsüberwachung
erfolgen soll und die zeitnahe Bereitstellung aller Messwerte
möglich ist.
Ursula Kleber
|
Wir fordern:
- Die in der
Vergangenheit und aktuell gewonnenen Daten der
verschiedenen Institutionen müssen zusammengeführt werden,
ausgewertet werden und darauf geprüft werden, ob weitere
Messpunkte erforderlich sind.
- Alle gewonnenen Messdaten müssen veröffentlicht
und
verständlich kommentiert werden, um der zur Zeit sehr
verunsicherten Bevölkerung unberechtigte Ängste zu nehmen und
über tatsächliche Gefahren aufzuklären.
- Die Zusammenstellung der vorhandenen Daten, ihre Auswertung
und
Veröffentlichung sollte durch eine unabhängige Stelle
geschehen, die beim Landkreis Wolfenbüttel anzusiedeln und vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung zu finanzieren ist.
- Die Ausschreibung für diese Stelle muss umgehend
erfolgen.
- Weitergeführt werden muss diese Arbeit langfristig in
einem
unabhängigen und für alle Bürgerinnen und Bürger
zugänglichen Umwelt-Informationszentrum.
|
Bericht vom 2. Treffen der Arbeitsgruppe
Umgebungsüberwachung
Ab 2009 wird neues unabhängiges Messprogramm umgesetzt
Am 10.12.08 fand die zweite Sitzung der Arbeitsgruppe
Umgebungsüberwachung statt.
Zu den am 28.10 beschlossenen Arbeiten wurden die folgenden Ergebnisse
vorgestellt:
Ab sofort monatliche
Trinkwasserproben in Kissenbrück.
Das Trinkwasser der Gemeinde Kissenbrück wird ab sofort monatlich
von einer unabhängigen Messstelle untersucht. Bisher wurden
in Kissenbrück einmal im Jahr Trinkwasserproben entnommen. Der Ort
ist nicht an das öffentliche Netz eines Wasserversorgers
angeschlossen und erhält sein Trinkwasser aus eigenen Brunnen.
Daher gab es vermehrte Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern.
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe stellten fest, dass alle bisherigen
Messungen in der Umgebung der Asse keine negativen Ergebnisse gezeigt
haben.
Der Entwurf für die Struktur
der geplanten Internetplattform liegt vor.
In der Präsentation sollen alle gewonnenen Messdaten aus der
Umgebung der Schachtanlage Asse II bürgerorientiert und
anwenderfreundlich aufbereitet werden. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe
beteiligten sich mit weiteren Anregungen zum Inhalt der
Präsentation. Dabei ging es auch um die Zugänglichkeit
älterer Datenbestände in einem zu integrierenden Archiv. Eine
Umsetzung des Entwurfs im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des
neuen Betreibers wird geprüft.
Unabhängiges Messprogramm
der Landwirtschaftskammer wird ab 2009 umgesetzt.
Derzeit messen der (jeweilige) Betreiber und das Niedersächsische
Landesamt für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
(NLWKN) an verschiedenen Punkten in der Umgebung der Asse.
Zusätzlich werden künftig von der Landwirtschaftskammer
Braunschweig Proben im Rahmen eines eigenständigen
regionalen Messprogramms genommen, die dann von der
landwirtschaftlichen Untersuchungs-und Forschungsanstalt in Oldenburg
(LUFA) ausgewertet werden. Die Proben werden im Umkreis von 1 km, 5 km
und 20 km Entfernung rund um die Schachtanlage gezogen und
Erdboden, verschiedene landwirtschaftliche Kulturen (Getreide,
Gemüse, Futter usw.) Laub, Nadeln und Wasser umfassen.
In der nächsten Sitzung der Arbeitsgruppe
Umgebungsüberwachung am 18. Februar 2009 soll es um
die weitere Verwirklichung der Internetplattform gehen.
Der
Arbeitsgruppe
Umgebungsüberwachung gehören Vertreterinnen und
Vertreter folgender Institutionen an: Niedersächsisches
Ministerium für Umwelt und Klimaschutz; Landesamt für
Bergbau, Energie und Geologie; Niedersächsischer Landesbetrieb
für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN);
Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit; Bundesamt für Strahlenschutz;
Landwirtschaftskammer Braunschweig; Bauernverband; betroffene
Gemeinden, Bürgerinitiativen, Landkreis Wolfenbüttel und
Helmholtz-Zentrum.
Trinkwasser von Kissenbrück wird
monatlich untersucht
Als erste der beschlossenen Maßnahmen wird seit Januar diesen
Jahres das Trinkwasser von Kissenbrück monatlich untersucht
- die erste
Probe wurde am 27.1.09 genommen. Die
Ergebnisse
dieser
Untersuchungen werden auf der Asse-Internetseite des
Bundesamtes
für Strahlenschutz veröffentlicht.
Aus der Braunschweiger Zeitung vom 29.1.2009 erfahren wir noch mehr
Einzelheiten:
"Ist
unser
Trinkwasser
noch
sicher?
Diese Frage stellen sich angesichts
der anhaltenden Sicherheitsdiskussionen um die Schachtanlage Asse II
viele Kissenbrücker.
Ab
sofort
wird
das
Trinkwasser
in der
Gemeinde Kissenbrück monatlich untersucht, um Gefährdungen
auszuschließen. "Dazu muss man wissen, dass die Gemeinde
Kissenbrück
nicht an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen ist,
sondern
über zwei eigene Brunnen versorgt wird", erklärte
Bürgermeister Rainer
Hasselmann.
Diese
Brunnen
liegen
in
Richtung der Schachtanlage.
Ihr Wasser stammt aus Gesteinen der Oberkreide, die im Norden bis an
die Asse heran reichen.
"Die
chemische
und
biologische
Qualität
des Trinkwasser untersuchen wir laufend", erläuterte Alexander
Montebaur, Sprecher der Geschäftsleitung der LandE-Stadtwerke
Wolfsburg
(LSW), die für die Wasserversorgung in Kissenbrück
zuständig ist. Eine
Untersuchung auf Radionukleide habe jedoch bislang nur einmal
jährlich
stattgefunden.
Das
solle
sich
nun
ändern,
so Hasselmann. "Das BfS
war sofort bereit mitzumachen." Monatlich werde nun eine Probe
entnommen und vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) untersucht.
Die
Ergebnisse sollen zeitnah auf der Internetseite des BfS
veröffentlicht
werden, so Christiane Wittwer, Fachbereichsleiterin Strahlenschutz in
der Entsorgung beim BfS. "Bei potenziellen Gefährdungen reden wir
von
Tritium."
Tritium
sei
bereits
in
Salzlösungen
der Schachtanlage
nachgewiesen worden. Ein Eintrag dieses Stoffes in das Trinkwasser gebe
es derzeit faktisch nicht, schloss sie eine Gefährdungslage aus.
Vorsorge
werde,
so
Samtgemeindebürgermeisterin
Regina Bollmeier, durch die
so
genannte Umgebungsüberwachung der Schachtanlage getroffen. Auch in
Kissenbrück gebe es demnächst eine Messstation. "Wir
müssen zudem die
Infrastruktur schaffen, um für einen Notfall gerüstet zu sein
und die
Trinkwasserversorgung im Ernstfall sicher stellen zu können."
Hierfür
müsse es möglichst bald konkrete Pläne geben, um
Kissenbrück an
bestehende Wasserleitungen anzuschließen. Die LSW habe, so
Montebaur,
solche Pläne bereits in der Schublade."
(BZ vom 29.1.2009 Seite 38, Bericht: Frank
Schildener)
Bericht
von der 3. Sitzung der Arbeitsgruppe Umgebungsüberwachung am 18.
Februar 2009, ergänzt um die Entwicklungen bis September 2009
Neustrukturierung der
Umgebungsüberwachung
Zum 1. Januar 2009 ist die strahlenschutzrechtliche Aufsicht über
die Asse vom Niedersächsischen Umweltministerium(NMU), das sie zum
5.12.2008 vom Landesbergamt übernommen hatte, auf das Bundesamt
für Strahlenschutz (BfS) übergegangen. Dort ist nun die
Abteilung Endlagerüberwachung dafür zuständig. Das NMU
ist allerdings für Genehmigungsverfahren nach § 7 der
Strahlenschutzverordnung zuständig wie auch für die
Durchführung des Planfeststellungsverfahrens für die
Stilllegung.
Die Umgebungsüberwachung ist Teil der strahlenschutzrechtichen
Aufsicht und wird deshalb jetzt von der Endlagerüberwachung des
BfS angeordnet und kontrolliert. So ging nun auch die Leitung der AG
Umgebungsüberwachung vom NMU an das BfS über.
Das bereits bestehende Programm zur Umgebungsüberwachung soll
weiterlaufen - "unabhängige Messstelle" wird weiterhin das
Niedersächsische Landesamt für Wasser- Küsten- und
Naturschutz (NLWKN) sein. Die Asse GmbH führt die Messungen des
Helmholtzzentrums
weiter. Neu dazu kommen ab sofort die Ergebnisse der Proben, die die
Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) in
Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer zieht und untersucht.
Die von der Arbeitsgruppe angedachte Internetplattform wird in den
nächsten Monaten vom BfS aufgebaut. Ihr können wir
künftig entnehmen, in welchem der drei Überwachungsprogramme
(Asse GmbH, LUFA, NLWKN bzw. Nachfolger) welche Messwerte erzielt
werden und was sie bedeuten. Die Plattform wird Stück für
Stück so weit sie fertig ist, ins Netz gestellt, erhobene Daten
werden eingepflegt, sobald sie gesichert sind. Auf der neuen Asse-Seite
des BfS stehen im
Service-Bereich
zur Zeit die Messungen der ODL-Sonden, die Trinkwasseruntersuchungen
in Kissenbrück sowie einige Jahresberichte zur Verfügung.
Eine der neu angeregten Untersuchungen
hat ja schon ein Ergebnis
gebracht: die bisherigen
Messungen des Kissenbrücker
Trinkwassers haben ergeben, dass darin keinerlei Spuren von
Asse-Isotopen nachgewiesen werden können.
Außerdem soll Kissenbrück eine Notfallwasserleitung
erhalten, auf die sofort umgewechselt werden kann, falls bei
zukünftigen Messungen Tritium oder Cäsium-137 gefunden wird.
Das Netz der bisherigen Probenahmestellen wird darauf
überprüft, ob Lücken bestehen. An Stellen, an denen die
hydrogeologischen Verhältnisse erwarten lassen, dass hier aus der
Asse austretende Stoffe frühzeitig ankommen könnten,
sollen soweit nicht vorhanden weitere Probenahmestellen eingerichtet
werden.
Das Netz zur Überwachung der Luft wird durch weitere
ODL-Sonden
ergänzt. Als eine seiner ersten Maßnahmen hatte das BfS ja
schon im Herbst 2008 eine solche Messstation auf dem
Schachtgelände aufgestellt, im April 2009 folgte die
ODL-Sonde bei Kissenbrück, weitere ODL-Sonden sind geplant.
Bericht vom 4.
Treffen am 15. Oktober 2009
Die laufenden
Messprogramme zeigen keine Auffälligkeiten
Die in
den vergangenen Monaten erstellen Jahresberichte der Betreibers
(2007+2008) und des NLWKN (2008) wurden vorgestellt.
Für 2009 wurde der Zwischenbericht der LUFA vorgelegt, die im
Auftrag der Landwirtschaftskammer Niedersachen arbeitet, und weiterhin
die ersten zwei Quartalsberichte des BfS, die ebenfalls keine auf die
Asse zurückzuführenden Belastungen (im Sinn von
Grenzwertüberschreitungen) zeigen.
(Der LUFA-Bericht wurde mittlerweile veröffentlicht.)
Das bisherige Messprogramm wird in den nächsten Monaten weiter
überarbeitet. Dabei sollen auch Wünsche bezüglich
weiterer ODL-Messstellen thematisiert werden und die aktuellen
geologische Erkenntnisse über Störungszonen
berücksichtigt werden.
Auf Wunsch der Bürgerinitiativen stand die Problematik des in der
Abluft (unterhalb der Grenzwerte) enthaltenen Tritiums auf der
Tagesordnung. Nach den regelmäßigen Messungen der Abluft
enthält diese mehr Tritium, als nach dem bislang aufgelisteten
radioaktiven Inventar in der Asse eigentlich möglich ist. Das BfS
arbeitet zur Zeit an einer neuen Recherche des Inventars. Die Frage der
Tritiummengen wird dort mit bearbeitet. Ergebnisse sollen der
Arbeitsgruppe demnächst vorgestellt werden.
Die neue Internetplattform des BfS wurde vorgestellt. Hier sind im
Servicebereich
zahlreiche Berichte der Umgebungsüberwachung abrufbar.