Herzlich willkommen im Jahr 2020 !
Sie befinden sich über dem Atommüll-Endlager im ehemaligen Salzbergwerk Asse II. Es wurde als „Versuchs"-Endlager für radioaktiven Müll benutzt, in der Hoffnung, die jahrtausendealte Struktur des Salzstocks gewährleiste eine sichere Lagerung. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Es ist aus heutiger Sicht nicht mehr verständlich, wie verantwortungslos damals vorgegangen worden ist und wie lange die wahre Situation im Salzstock verheimlicht wurde. Die Stabilität des Salzstocks wurde durch die bergbaulichen Eingriffe gefährdet, und sehr schnell wurde Radioaktivität und Laugenzuflüsse festgestellt, deren Herkunft nicht geklärt werden konnte. Über die Maßnahmen, die ergriffen wurden, und über die aktuelle Situation können Sie sich in der Überwachungsstation informieren.
Gleichzeitig ist hier ein Ort der Begegnung - mit Vergangenheit und Zukunft - mit Menschen aus nah und fern. Unser Zentrum ist ein Knotenpunkt in einem weltumspannenden Netz sehr unterschiedlicher Einrichtungen, die Sie auf der Weltkarte im Museum eingezeichnet finden. Besonders eng verbunden fühlen wir uns in unserer näheren Umgebung mit den Zentren in Salzgitter, Gorleben, Morsleben und Ronneburg/ Thüringen, in größerer Entfernung mit Los Alamos, Tschernobyl, Nagasaki und Jabiluka. Diese Vernetzung dient der Sicherung des Wissens über alle Standorte. Sie trägt dazu bei, Vertuschungen und Behinderungen der Aufklärungs- und Erinnerungsarbeit auszuschließen, und leistet einen wichtigen Beitrag zur gegenseitigen Unterstützung und Ermutigung.
Wie
alle diese Zentren ist auch Asse II eingebunden in den
Generationenvertrag,
der von Generation zu Generation neu geschlossen wird. Sein Ziel ist
es, die Weitergabe des brisanten Wissens um die Gefahren der
Atomtechnologie zu gewährleisten und immer wieder neu zu
gestalten.
Wir denken dabei auch an Zeiten, in denen unsere
Sprache nicht mehr verständlich ist und unsere Technik nicht
mehr existiert: Unten an der Landstraße haben Sie vermutlich
den Gedenkstein und an der Außenmauer die Mahntafel gesehen.
Wenn Sie mit der Asse-Bahn gekommen sind, haben Sie als erstes den
umgestalteten Förderturm des alten Bergwerks erblickt. Eine
Gruppe von Experten nonverbaler Kommunikation und aus allen Erdteilen
und Kulturen trifft sich regelmäßig. Sie arbeitet daran,
wie wir auch die Menschen, die lange nach uns leben, darauf hinweisen
können, was in der Erde unter geschehen ist.
Was Sie bei uns finden:
* Energiespielplatz für Ihren Familien-Ausflug
* Café und Restaurant mit einem reichhaltigen Angebot, überwiegend aus Erzeugnissen des ökologischen Landbaus aus der Region
* Museum im denkmalgeschützten Betriebsgebäude des ehemaligen Salzbergwerks. Hier finden Sie anschauliche Informationen über die Geschichte von Asse II vom Salzbergwerk bis zum Atommüll-Endlager, über die historische Entwicklung der Nutzung der Kernenergie, ihre Wirkung auf die Menschheit und die Biosphäre und die Geschichte des Widerstandes.
* Internationale Begegnungsstätte. Hier werden die Partnerschaften mit anderen Standorten gepflegt, Referenten von dort veranstalten Workshops. Seit dem Jahr 2001 finden regelmäßig Fachgespräche über Fragen der Lagerung und Überwachung von Atommüll statt.
Wir bieten in der Begegnungsstätte auch Veranstaltungen an, die den Raum dafür schaffen, innezuhalten und sich bewusst zu machen, was die Entfesselung der Kernenergie für unser Leben und das Leben vieler nachfolgender Generationen bedeutet. Einen Raum für Gefühle, für spirituelle Erfahrungen, dafür, sich zu verbinden und auszutauschen.
* Forschungszentrum für nachhaltige, menschen- und mitweltfreundliche Energiegewinnung
* Überwachungsstation mit technischen Informationen und der Dokumentation der aktuellen Messwerte über die Situation des Endlagers. Sowohl im Forschungszentrum als auch in der Überwachungsstation werden junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgebildet.
* Raum der Stille, offen für Besucherinnen und Besucher, die in meditativer Stille zu sich zurückkehren und Kraft schöpfen möchten.
Wir freuen uns, wenn Sie sich hier wohlfühlen und eine fruchtbare Zeit verbringen. Und wir freuen uns über Kritik, Anregungen und Verbesserungsvorschläge!